Hryðja - Reise in ein neues Leben - Teil III
Geschrieben von Meldric am Juli 01 2008 17:16:41
Es geht weiter mit Hryðja.

Hintergrund:
Eine Begegnung mit nordischen Händlern und eine Großtante mit Eigeninitiative verhelfen Hryðja zu einer Reise ins Ungewisse. Und doch ist das erstmal kein schlechtes Los. Wohlgemut und gespannt auf die Zukunft zieht man in Richtung der Heimat der geheimnisvollen Händler davon. Unterwegs geht es an Dorestad vorbei und bald begegnet man den anderen Männern, die zu der gleichen Schiffsbesatzung gehören wie Skaværr...

Weiterlesen...


Geschichten zum Hören


Erweiterte News
Eines Winters verirrten sich ein paar nordische Händler in unsere Gegend. Da sie recht hungrig aussahen, wies meine Großtante mich an, sie aufzunehmen und für ihr leibliches Wohlergehen zu sorgen - was nach alter Familientradition heisst, sie mit Brot, Käse, Schinken und Getreideklößen voll zu stopfen bis sie platzen! Meine Großtante ergriff die Initiative, einen der jungen Männer auf mich anzusprechen.
Da ich mich im heiratsfähigen Alter befand und meine Abneigung gegenüber der christlichen Kirche sich in den letzten Jahren nicht wirklich gebessert hatte, beschloss sie, mich der Obhut dieses Händlers anzuvertrauen. Dass er den heidnischen Göttern des Nordens huldigte, störte unter solchen Umständen nicht wirklich. Skavær (so hieß besagter Händler) packte mich auf seinen Wagen, nachdem er mich mit der Essenszubereitung betraute, und so machten wir uns auf den Weg in seine Heimat.
Von Mosa Trecht reisten wir über die Händlerstraßen nach Norden bis zur Geisterstadt Dorestad in der Nähe von Uut Trecht. Hier zeugen nur noch einige verkohlte Balken und verfallene Überreste von Gemäuern und Torbögen, vom einstmaligen Reichtum dieses Handelshafens. Auch von diesem Ort wurde in den Geschichten auf dem Markt erzählt: Einst der bedeutendste Verbindungshafen zwischen dem Karolingischen und dem Skandinavischen Reich, wurde dieser Hafen vor einem Jahrhundert nicht nur besucht von Händlern aus aller Herren Länder, sondern auch des öfteren von Wikingern geplündert. Im Jahre 863 wurde die Stadt bei einem Überfall bis auf ihre Grundfesten abgebrannt und daraufhin nie wieder aufgebaut.
Am Flussufer befanden sich einige großen Holzstege, und an einem dieser Stege war ein prächtiges Segelschiff fest gemacht. Der breite aber schlanke Rumpf war aus dunklen, glänzenden Planken gefertigt und erweckte den Eindruck, als würde er nicht nur schwimmen, sondern sich regelrecht an das Wasser schmiegen. Die Männer auf dem Schiff bereiteten den Händlern einen freundschaftlichen Empfang. Einer von ihnen, hochgewachsen und gut gewandet, bat sie an Bord und wies einige seiner Mannen an, uns zu helfen, die Waren an Bord zu tragen. Am Gebaren der Männer war offensichtlich zu sehen, dass er der Kapitän war. Sein Name - Meldric - wurde oft gerufen, wenn die Männer Rat oder Hilfestellung brauchten. Die Reise ging wohl über das Wasser weiter...

zu Teil II - weiter mit Teil IV