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Ragin Askeltsson, Styræsmen

Es war das Jahr 929, als ich als zweiter Sohn meines Vaters Askelt Harvarsson auf dem „Stora Hof“ am Askeröfjord im mit Stroh gefüllten Bett meiner Eltern zur Welt kam. Mein Vater nannte mich Ragin. Askelt war der Herr über den Storahof, was „großer Hof“ bedeutet und Geldgeber von sieben Kriegern. Er wiederum war dem Jarl Balti unterstellt. Askelt hatte einen Bruder, Bergolfur, der ebenfalls Herr eines Hofs weiter im Süden des Askeröfjordes, in der Nähe von Kleva war.
Schon früh schickte mein Vater meinen älteren Bruder Fjörnir und mich mit seinen Kriegern das Kämpfen üben. Das wurde nicht nur durch Balti gefordert, auch mein Vater wollte, dass wir uns zu verteidigen lernten. Er selbst hatte zusammen mit Bergolfur schon viele Kämpfe für Balti gefochten, wodurch er damals sein Hab und Gut erlangte. Inzwischen hatte es schon lange keine Kämpfe mehr gegeben. Doch die drei Nornen am Fuße des Baumes Yggdrasil hatten uns schon bald eine ganz andere Zukunft gestrickt.
Als ich fünfzehn Sommer alt war, es war an einem warmen, sonnigen Abend, hastete plötzlich ein Mann auf unseren Hof zu. Ich erkannte ihn bereits in der Ferne und rief meinen Vater vor den Palas. Als der Mann näher gekommen war, erkannten wir, dass es Haukur war, ein Sklave Bergolfurs.
Keuchend vor Anstrengung zeigte er in Richtung Süden und konnte, nach Luft schnappend, einen mehr oder weniger vollständigen Satz aussprechen. Seine Füße waren wund, da seine Schuhe an den Rändern aufgeplatzt waren und er zitterte am ganzen Leib.
Haukur erklärte uns, dass Bergolfur durch dänische Plünderer überfallen wurde. Die Angreifer seien noch auf seinem Hof und durchsuchten gerade den Palas nach Wertvollem. Sofort lief mein Vater los, um sich sein Schwert und seinen Schild zu greifen. Mich fauchte er zuvor an, sein Pferd aus dem Stall zu holen und unsere Männer zusammen zu rufen.
Und so ritt mein Vater mit seinen Männern zu Bergolfur. Ich sollte auf dem Storahof bleiben und auf meine Mutter und den Palas aufpassen. Fjörnir aber stieg auf sein Pferd und folgte meinem Vater heimlich.
Nach fünf endlos erscheinenden Stunden kehrte Fjörnir zum Storahof zurück. Mein Vater und seine Männer hatten versucht, die Angreifer zurückzuschlagen. Doch es waren zu viele Gegner und Fjörnir schrie mich, den Tränen nahe, an, dass unser Vater und seine Krieger es nicht überlebt hatten.
In diesem Moment brach für mich eine Welt zusammen. Doch die Götter schienen uns in unserem Unglück gnädig zu sein, denn keiner der Angreifer hatte Fjörnir bemerkt und so konnte er ohne Verfolger zurück zum Storahof fliehen.
Noch am nächsten Tag stand mein Entschluss fest. Ich wollte meinen Vater rächen. Und dies schwor ich vor Fjörnir. Und die Götter sollen mich strafen, sollte ich diesen Schwur brechen.
Balti konnte genug Männer versammeln um die Angreifer zurückzuschlagen und so schien es in unserer Gegend erst einmal wieder sicher. Balti ernannte meinen Bruder zum Herren über den Storahof und Fjörnir schwur Balti den Treueeid, worauf der Jarl meinem Bruder Schutz und Unterstützung zusagte.
Im Wissen, dass unser Hof und meine Familie sicher waren, zog ich die Konsequenz aus meinem Schwur und bat Balti, mich nach Birka ziehen zu lassen, damit ich mich dort einer größeren Gruppe Krieger anschließen konnte. Denn nur so konnte ich mein eigenes Silber verdienen, um bald selber Geldgeber einer Mannschaft zu werden und meinen Vater zu rächen.
Da in Birka zurzeit keine größere Gruppe Krieger aufzufinden war, welche auf Beutezug gehen wollte, reiste ich weiter nach Haithabu. Dort konnte man immer ein paar Abenteurer finden, die auf Silber und Sklaven aus waren.
Auf dem Schiff eines Händlers, der mir zugesagt hatte mich nach Haithabu zu bringen, traf ich auf Ardis. Ardis handelte mit gefärbter Wolle und hatte viele Bekannte in Haithabu. Sie half mir Beziehungen zu knüpfen und half mir, mich in der mir völlig unbekannten neuen Stadt zurechtzufinden. Zu unserem Abschied schenkte mir Ardis teure Beinwickel aus rotem Stoff an denen bronzene Haken befestigt waren, die die Wickeln zusammen hielten.
Auf meiner Suche nach einer Gruppe Krieger, welcher ich mich anschließen konnte, traf ich auf Harald, welcher von seinem Jarl Meldric damit beauftragt worden war, neue Männer für seine Haustruppe zu suchen. Ich verstand mich auf Anhieb gut mit Harald und wir wurden schnell zu guten Freunden.
Noch vor dem Einbruch des Winters folgte ich Harald auf den Ulfshof, den Hof von Jarl Meldric, dem ich im Jahr 946 den Treueeid schwur. Meldric nahm mich in seine Haustruppe auf und berief mich wenige Zeit später in seine Leibgarde.
An seiner Seite habe ich schon manche Kämpfe bestritten und war nicht selten reich an Beute, der Erfüllung meines Schwurs immer näher kommend…

Im Jahr 954 hat Ragin die Aufgabe des Styræsmen von Harald übernommen.


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